
Otto Rühle hat die Revolutionen Europas studiert, immer auf der Suche nach Ideen proletarischer Organisierung jenseits von Parteien und Staat. Seine Beschreibung der bürgerlichen Revolution in Deutschland aus dem Blickwinkel des rätekommunistischen Klassenkämpfers ist eines der wichtigsten Dokumente, das noch heute der deutsch-liberalen „Heldenverehrung“ entgegentritt.
aus dem Inhalt Die Wirtschaftslage Deutschlands
Das Bürgertum
Heilige Allianz und Deutscher Bund
Vormärzliches Erwachen
Die religiöse Opposition
Die literarische Opposition
Die philosophische und politische Opposition
Marx und Engels
König und Borgeoisie
Bourgeoisie und Proletariat
Märzgewitter
Der 18. März in Berlin
Der Verrat der Bourgeoisie
Parlamente
Die deutsche Nationalversammlung
Gegenrevolution und Kriege
Wien vom März bis zum Oktober
Der Staatsstreich in Preußen
Verfassung und Kaiserposse
Verfassungskämpfe
Siegerin Reaktion
II. DAS REVOLUTIONÄRE EUROPA
IM 19. JAHRHUNDERT
Leseprobe Märzgewitter
War die Julirevolution für Preußen-Deutschland nur ein fernes Donnerrollen am westlichen Horizont gewesen, so wirkte die Februarrevolution wie der Ausbruch des Gewitters selbst. Es war ein reinigendes und erfrischendes Gewitter, das über diesem von dicker Stickluft gelähmten, nach Freiheit dürstenden Volk niederging. Wie aus der Erde gewachsen, stand plötzlich die Revolution in voller Rüstung unter ihm.
In Süddeutschland, wo die politische Agitation lebhafter war als im Norden, wo noch aus der Vergangenheit engere Beziehungen zu den Überlieferungen der Großen Französischen Revolution bestanden und die demokratischen Ideen leichter Wurzel geschlagen hatten, gerieten mit einem Mal alle Throne ins Wanken, alle Zöpfe und Perücken in angstvoll zitternde Bewegung. Die liberale Bourgeoisie übernahm die Führung; Preßfreiheit, Geschworenengerichte, Vereins- und Versammlungsrecht, allgemeines Wahlrecht, Volksbewaffnung wurden die Losungen des Tages; in Adressen, Kundgebungen, Meetings sammelte sich die Forderung von Hunderttausenden in dem Ruf nach einer neuen Verfassung.
In Baden erzwangen die Massen unter Führung von Hecker und Struve die Entlassung reaktionärer Minister und Zusagen der Regierung, die auf Bewilligung der erhobenen Forderungen hinausliefen.
In Württemberg wurde der König auf gleiche Weise genötigt, ein liberales Märzministerium zu bilden. Die Standesherren, von den Bauern bedroht, schlugen die Ablösung der Feudallasten und eine Änderung der Jagdgesetze vor.
In Bayern hatte erst im Februar ein Krawall der von Jesuiten aufgehetzten Bierphilister die Verjagung der Tänzerin Lola Montez, einer Geliebten des Königs, die liberaler Neigungen verdächtig war, durchgesetzt. Nun blies der Wind von der anderen Seite. Die Maßkrüge wurden ein zweites Mal rebellisch, und da die verhaßte Lola noch immer in den Gehirnen spukte, mischte sich der Kampf für und gegen die Interessen der Reaktion in eins. Unter dem Schein der revolutionären Erhebung bekamen die Klerikalen, die an der Volkswut ihr Süppchen kochten, die Oberhand und der König dankte am 20. März 1848 ab. Gleichwohl ließ sich die Einführung liberaler Reformen nicht vermeiden – die Jesuiten rechneten damit, daß eine Zeit kommen würde, in der man sie wieder würde zurückziehen können. Zunächst wurde der Sieg auf bayerische Art gefeiert.
In Sachsen zeigte sich der König ziemlich hartnäckig. Er lehnte alle Forderungen ab, erklärte die Abschaffung der Zensur für den Ruin des Staates, vergoß ein paar Krokodilstränen und versprach schließlich die Einberufung des Landtags. Aber die Leipziger Liberalen unter Robert Blum, Biedermann und Arnold Ruge ließen nicht locker. Sie brachten durch ihr Vorgehen auch die Dresdner auf die Beine, es kam zu Tumulten und Straßenkämpfen. Endlich gab der König nach; die reaktionären Minister wurden entlassen, liberale Nachfolger hielten ihren Einzug.
Auch in Hannover bedurfte es erst eines starken Druckes, um den König zu bewegen, die Konzessionen zu machen, die unumgänglich geworden waren. In den kleineren Staaten verlief die Bewegung glatt. So winzig und unbedeutend, teilweise lächerlich uns heute die Märzaktionen erscheinen mögen – für die damalige Zeit, die eine jahrzehntelange Herrschaft der Knute und des Polizeistocks abschloß, und für ein so versklavtes, verschüchtertes und verprügeltes Volk wie es das deutsche war, bedeuteten die Märzstürme nichtsdestoweniger ein erstes Erwachen, ein mutiges Aufraffen, eine elementare politische Bewußtwerdung. Und damit den Anfang eines bewußten politischen Lebens.
Das gilt auch für die Wirkung des Märzgewitters in dem Völker- und Nationenmosaik des Habsburgerreiches. Hier hatte jahrelang die Hand Metternichs mit eiserner Schwere auf jeder atmenden Brust, jedem denkenden Hirn gelegen. Und unter ihr war alles Leben verdorrt, alle Freiheit erstorben, aller Wille zum Neuen versiegt. Selbst die Schreie des Jammers und der Verzweiflung waren nach und nach verstummt. Österreich war das europäische China geworden, das eine hohe Mauer von aller Welt, aller Kultur, aller Lebensgemeinschaft mit anderen Völkern abschloß. Ein verwunschenes Land, das einen tausendjährigen Schlaf zu schlafen schien.
Diese metternichsche Totengräberarbeit war nur dadurch möglich gewesen, daß fortgesetzt ein Landesteil gegen den anderen ausgespielt, eine Nation gegen die andere aufgeputscht, eine Klasse gegen die andere vorgeschickt worden war. Besonders hatte Metternich ausgezeichnet verstanden, sich der Großgrundbesitzer, die ihre Feudalprivilegien nicht verlieren wollten, gegen die Großfinanz zu bedienen, indem er ihre Willfährigkeit durch die Drohung, sich sonst der anderen Seite zuzuwenden, den stärksten Belastungsproben unterwarf. Auf der anderen Seite hatte er Großfinanz und Börse, die ihre Gelder nach 1815 in österreichischen Staatspapieren angelegt hatten, vollständig in seine Abhängigkeit gebracht durch die Drohung, andernfalls die ganze österreichische Scheinherrlichkeit in die Luft gehen zu lassen und Europa in eine ungeheure Finanzkatastrophe zu stürzen. Dank dieser politischen Taschenspielerkunst, die mit doppeltem Boden arbeitete, war es möglich, daß der Kaiser Ferdinand I. ein idiotischer Epileptiker, in aller Seelenruhe von diesem Regierungssysten sagen konnte: »Mich und den Metternich halt’s noch aus.«
In aller Stille freilich, trotz erstickendem Luft- und Lichtmangel und bleiernem Druck, war zwischen Junkertum und Börsentum noch eine andere Macht herangewachsen: eine industrielle und handeltreibende Bürgerklasse. »Die Einführung des Maschinenwesens und der Dampfkraft wälzte auch in Österreich, wie überall, die alten Verhältnisse und Lebensbedingungen ganzer Klassen der Gesellschaft um; sie verwandelte Hörige in freie Männer, Kleinbauern in Fabrikarbeiter; sie untergrub die alten feudalen Handwerkerkorporationen und raubte vielen die Möglichkeit des Fortbestehens. Die neue kommerzielle und industrielle Bevölkerung kam allenthalben in Kollision mit den alten feudalen Einrichtungen. Die Bourgeoisie, die durch ihre Geschäfte immer mehr veranlaßt wurde, ins Ausland zu reisen, importierte einige sagenhafte Kenntnisse von den zivilisierten Ländern, die jenseits der kaiserlichen Zollschranken lagen; und schließlich beschleunigte die Einführung der Eisenbahnen sowohl die industrielle wie die geistige Bewegung.« (Marx)
Mit der Entwicklung aber kam die Opposition des Neuen gegen das Alte, des Lebenstüchtigen gegen das Morsche und Verfaulte. Wie der Fabrikant gegen Bürokratie und Gesetzgebung revoltierte, weil sie seinen Lebensnerv durch rückständige Einrichtungen und Praktiken abschnürten, so revoltierte der Fabrikarbeiter gegen den Fabrikanten, der ihn ausbeutete, der Geselle, weil er nicht Meister werden konnte, der Bauer, weil er die Last der Steuern nicht mehr zu tragen vermochte, der Beamte, Lehrer, Gelehrte, weil er überall auf Unwissenheit, Dünkel, Anmaßung, Protektion und Standesvorurteile stieß. Keiner war zufrieden, keiner hatte Lust, zur Erhaltung dieses Staatsgebildes. das vom Schwamm der reaktionären Fäulnis total zerfressen, zermorscht, zersetzt war, auch nur einen Handgriff beizutragen.
Als darum im März 1848 der revolutionäre Wettersturm gegen die alte metternichsche Baracke stieß, gab es einen Krach – die Balken barsten, die Wände legten sich um, die Splitter flogen. Moderluft stieg in dicken Schwaden auf. Metternich, zu Tode erschrocken, ergriff Stock und Hut, verschwand bei Nacht und Nebel und landete in London, wo er Guizot traf, den der Aufstand des Pariser Proletariats ebenfalls aus dem Ministersessel geschleudert hatte.
Bald traf in London auch ein Herr Lehmann aus Berlin ein. Er hatte ebenfalls den besseren Teil der Tapferkeit gewählt und vor der Revolution das Weite gesucht. Denn die Flamme des Aufruhrs und der Empörung war inzwischen von Wien nach Berlin übergesprungen.
Der 18. März in Berlin
Der Gottesgnadenmann auf dem preußischen Thron hatte gemeint, die Revolution werde vor seiner geheiligten Majestät respektvoll haltmachen. Darum hatte er sich mit Zugeständnissen keineswegs beeilt. Die Zusicherung, daß er den Vereinigten Landtag auf den 27. April einberufen werde, war alles, was er zu tun für nötig hielt. Und die liberale Opposition schweifwedelte Dankbarkeit. Denen, die mehr forderten, verschloß die Polizeifaust mit bewährter Brutalität den Mund. Und wo dies nicht half, wurde mit blauen Bohnen Ruhe geschaffen.
Die Bourgeoisie hätte hier die Fahne der Revolution ergreifen müssen. Aber sie hatte Angst vor der Revolution. »Da sie in Paris an der Spitze der Regierung Männer sah, die ihr als die gefährlichsten Gegner des Eigentums, der Ordnung, Religion, Familie und der anderen Penaten des modernen Bourgeois erschienen, empfand sie sofort eine erhebliche Abkühlung ihrer eigenen revolutionären Glut. Sie wußte, daß der Moment benutzt werden mußte, und daß sie ohne die Hilfe der Arbeitermassen unterliegen würde, aber es mangelte ihr an Mut. Daher unterstützte sie die Regierung bei den ersten partiellen Erhebungen in den Provinzen und bemühte sich, die Bevölkerung Berlins in Ruhe zu erhalten, die durch fünf Tage hindurch sich vor dem königlichen Schlosse ansammelte.«
Erst als die Kunde von den Erfolgen der Wiener Erhebung eintraf, bekam die Situation lebhaftere Farben. Unten wie oben wurden Affekte wach: bei der Bourgeoisie eine gewisse Verlegenheit darüber, daß Berlin als ein Krähwinkel angesehen würde, wo man die Revolution verschlafe, und gleichwohl Angst davor, daß sich der verhaltene Ingrimm der Massen doch noch entladen könne. Bei den Massen das Mißtrauen, um die Gelegenheit zur Abschüttelung der Unfreiheit geprellt und durch nichtige Versprechungen in einer revolutionären Situation genarrt und gefoppt zu werden. So begann es unten zu rumoren, und in der Regierung machte man Miene, einzulenken. Die Bourgeoisie wurde in den Strudel hineingerissen. Die Arbeiter, die die Bourgeoisie im Hintergrund zu halten wünschte, kamen in den Vordergrund. Als eine Deputation von Bürgern aus dem Rheinland dem König zu Gemüte führte, daß er mit dem Abfall der Provinz zu rechnen habe, wenn er nicht sofort Preßfreiheit und Volksvertretung gewähre, erließ dieser sofort zwei Patente: Gewährung von Preßfreiheit mit Kaution und Einberufung des Vereinigten Landtags auf den 2. April. Den loyalen Bürgern erschien dies als ein großes Entgegenkommen; die weniger loyalen und die Arbeiter dagegen meinten, daß dies noch nicht genug sei. Jedenfalls zogen beide Lager in einer riesigen Demonstration am 18. März vor das Schloß, die einen, um dem König für seine Huld zu danken, die anderen, um aus seiner gelockerten Reserve noch einige Konzessionen herauszuholen. Das Interesse der Fordernden war in der Hauptsache auf vier Punkte gerichtet: Zurückziehung des Militärs, Schaffung einer Bürgergarde, Gewährung unbedingter Preßfreiheit und rasche Einberufung des Landtags. Der König erschien auf dem Balkon und der Justizminister suchte am Schloßportal die erregten Demonstranten zu beschwichtigen. Sie hatten recht, mißtrauisch zu sein, denn plötzlich sprengten Dragoner heran, aus dem Schloß stürmte Infanterie hervor und in die Menge schlugen Schüsse. Ein Schrei des Entsetzens antwortete. Die Wehrlosen, in friedlicher Absicht unbewaffnet Gekommenen sahen sich verraten, überfallen, tückisch überlistet. Der Straßenkampf begann.
Als Urheber der hinterhältigen Taktik des militärischen Überfalls ist unwidersprochen der damalige Prinz Wilhelm, der spätere »Heldensiegeskaiser«, bezeichnet worden – just derselbe, der nach Verübung dieses Heldenstücks mit gefälschten Pässen die Flucht ergriff und als Herr Lehmann aus Berlin bei Guizot und Metternich in London erschien.
Die Truppen gingen mit viehischer Grausamkeit vor. Aber die Kämpfer auf den im Nu aufgeworfenen Barrikaden wichen nicht. 14.000 Soldaten und 36 Geschütze waren aufgeboten. Und die Revolutionäre, schlecht bewaffnet, mit wenig Munition, ohne Kanonen, aber heldenmütig, zäh, unerschütterlich, hielten ihnen stand. Den ganzen Nachmittag, den Abend, die Nacht, bis morgens um 5 Uhr. Da mußte der König die aufgeriebenen, hart mitgenommenen, nicht mehr widerstandsfähigen Truppen zurückziehen.
183 Tote wurden gezählt, meist kleine Handwerker, Gesellen, Arbeiter, Lehrlinge. Kein Kommerzienrat war dabei, kein Geheimrat, kein Bankier oder Fabrikant. Ein Referendar und zwei Studenten – das waren die bürgerlichen Opfer. Dafür hat die Bourgeoisie später all die Tapferen, die für sie geblutet, mit dem Schimpf besudelt: die Märzkämpfer seien nur Zuchthäusler, Strolche und elendes Gesindel gewesen. Die Gefallenen wurden zum Schloßhof gebracht, dort aufgebahrt und aufgestellt; und der König, von tausend Stimmen gerufen, mußte auf dem Balkon erscheinen und den toten Kämpfern durch Entblößen des Hauptes die letzte Ehre erweisen. Bei Freiligrath kann man die Schilderung der mit den Augen des Dichters gesehenen Szene nachlesen.
Und um welchen Preis all die Kämpfe und Opfer?
Der König erließ eine hochfahrend-verlogene Proklamation »An meine lieben Berliner!«, in der er der Bevölkerung Berlins einzureden versuchte, daß sie »von einer Rotte von Bösewichtern, meist aus Fremden bestehend«, zum Aufruhr verführt worden sei, daß Kavallerie »den Schloßplatz mit eingesteckter Waffe gesäubert« habe und daß er die Truppen zurückziehen wolle, wenn das Volk die Barrikaden verließe.
Bürgerdeputationen eilten zum König. Die Truppen wurden aus Berlin entfernt. Die Einrichtung einer bewaffneten Bürgerwehr fand die Zustimmung des Königs. Ein liberalisierender Aristokrat, von Arnim, übernahm die Regierung, und zwei Vertreter der Industrie- und Handelsbourgeoisie, Camphausen und Hansemann, traten in das Kabinett ein.
Am Abend des 19. März war ganz Berlin illuminiert.
Am 21. März unternahm der König in einem theatralischen Aufzug, nachdem er in einer feierlichen Proklamation die von ihm und seiner Regierung bisher mit Berserkerwut bekämpften »altehrwürdigen Farben deutscher Nation« akzeptiert hatte, einen Ritt durch die Stadt, von endlosem Jubel der Bürger begrüßt.
Eine weitere Proklamation des Königs stellte als »Mittel zur Rettung und Beruhigung Deutschlands« in Aussicht: »Allgemeine Einführung wahrer konstitutioneller Verfassungen mit Verantwortlichkeit der Minister, öffentliche und mündliche Rechtspflege in Strafsachen auf Geschworenengerichte gestützt, gleiche politische und bürgerliche Rechte für alle religiösen Glaubensbekenntnisse, die Aufstellung eines allgemeinen deutschen volkstümlichen Bundesheeres und eine wahrhaft volkstümliche freisinnige Verwaltung.«
Alles dies stand zunächst erst auf dem Papier. Und das Volk hatte keinerlei Garantie dafür, daß diese Versprechungen jemals Wirklichkeit werden würden. Aber es war zufrieden. Hatte es doch seine Revolution nur notgedrungen und mit innerem Widerstreben gemacht. Für die Bedürfnisse der Bourgeoisie war der Ertrag etwas mager. Jedenfalls zu teuer erkauft. Aber es waren ja Arbeiter gewesen, die den Preis mit ihrem Blut bezahlt hatten. Und die schlimmste Gefahr war abgewehrt: daß die Arbeiter – wie in Paris – Herren der Situation wurden und ihre Hand an den Geldsack legten.
So wurde die königlich preußische Revolution für beendet erklärt.
Der Autor Ist vom radikalen Flügel der deutschen Arbeiterbewegung in der niedergeschlagenen Revolution von 1918/19 die Rede, so fallen automatisch die Namen Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. Aber wer kennt schon Otto Rühle? Besser gesagt, wer kennt ihn noch, denn seinerzeit spielte er als Kriegsgegner, Revolutionär und marxistischer Theoretiker eine wichtige, und heftig umstrittenen Rolle. Mit seiner scharfen Kritik nicht nur am Kapitalismus und am parlamentarischen System, sondern auch an der gesamten deutschen Arbeiterbewegung war geriet er allerdings bereits in den zwanziger Jahren zunehmend in die politische Isolation. Anders als Luxemburg und Liebknecht liess sich der 1943 im Alter von 69 Jahren im mexikanischen Exil verstorbene Rühle auch nicht als Märtyrer mißbrauchen. So wurde die Erinnerung an ihn fast vollständig ausgelöscht ...
[aus Kalaschnikov, Sendung vom 4. November 1998] weitere Klassiker der Sozialrevolte: Friedrich Engels
Der deutsche Bauernkrieg Gustav Landauer
Die Revolution Pjotr L. Lawrow
Die Pariser Kommune Alexander Berkman
Die Tat Michael Bakunin
Die revolutionäre Frage Peter A. Kropotkin
Memoiren eines Revolutionärs Bd. I
Memoiren eines Revolutionärs Bd. II Volin
Der Aufstand von Kronstadt Otto Rühle
1848 – Revolution in Deutschland Peter A. Arschinoff
Geschichte der Machno-Bewegung