Tagung: Rassismus, Wissen(schaft) und Universität

Rassismus, Wissen(schaft) und Universität
Vom 26. – 28. Juni 2009 findet in Berlin die Tagung Rassismus, Wissen(schaft) und Universität mit zahlreichen Unrast-Autor_innen statt.


Rassismus gehört zu den wirkungsmächtigsten und folgenschwersten historischen Hypotheken, mit denen sich die Welt auch im 21. Jahrhundert auseinander zu setzen hat. Der europäische Versuch, Menschen nach 'Rassen' zu unterteilen, ist als gescheitert anzusehen. Doch sein Geschöpf, der Rassismus, ist strukturell und diskursiv – in Form von Macht, Gewalt und Wissen – allgegenwärtig und wirkmächtig. Das verstärkt sich noch dadurch, dass der Rassismus in der bundesdeutschen Gesellschaft weitgehend verleugnet bleibt. All dies hat für Medien, Wissenschaft und die deutsche Literatur- und Theaterlandschaft weitreichende Konsequenzen. Diesen widmet sich die Tagung. Es gilt herauszuarbeiten, wie kolonial entstandenes rassistisches Wissen in der deutschen Gesellschaft bis heute prominent fortwirkt und zugleich auch von People of Colour widerständig herausgefordert wird. Auch ist zu diskutieren, wie über Rassismus gesprochen werden kann, ohne seine Denkmuster und Machtfelder zu reproduzieren. In Performances, Theaterstücken, akademischen Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Arbeitsgruppen werden Wissenschaftler_innen und Studierende sowie Künstler_innen und Journalist_innen of Colour Rassismus analysieren, beschreiben und hinterfragen. Die Tagung dient der politischen Bildung und richtet sich an eine interessierte breite Öffentlichkeit.



Veranstaltungsort:

Werkstatt der Kulturen

Wissmannstraße 32

12049 Berlin

Tel. 030 - 60 97 70-0
info(at)werkstatt-der-kulturen.de




Organisator_innen:
Susan Arndt (Seminar für Afrikawissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin)
Julia Brilling (Studentin der Gender Studies, Humboldt-Universität zu Berlin)
Ana Keita (Studentin der Gender Studies, Humboldt-Universität zu Berlin)
Philipp Khabo Köpsell (Student der Afrikawissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin)
Sharon Dodua Otoo (Limited to You)

Veranstaltet in Kooperation mit dem Institute für Cultural Diplomacy und mit der Unterstützung der Bundeszentrale für politische Bildung und dem RefRat der Humboldt-Universität zu Berlin. Begleitet durch eine Ausstellung von Ricky Reisers Werken.

Bei rechtzeitiger Bedarfsankündigung an thementag@gmail.com können wir eine Kinderbetreuung einrichten.

Änderungen vorbehalten. Für aktuelle Informationen siehe: http://www.limitedtoyou.com


Freitag, den 26. 6. 2009




14.00 – 15.00 Begrüßung und Einführung in die Tagung

Philipp Khabo Köppsell (Berlin): Begrüßungs-Performance
Susan Arndt (Berlin): Eröffnung: Über Rassismus zu sprechen, heißt, sich ihm zu stellen: Einführende Erörterungen zu Rassismus und weißen Verleugnungsstrategien
Sharon Dodua Otoo (Berlin): Begrüßung und Lesung: <em>Writing in my Stepmother Tongue </em>

15.00 – 16.00 Katharina Oguntoye (Berlin): Vorstellen des Jugendkunstprojektes von Satch Hoyt: SCRAMBLE – Der Quiz zur afro-deutschen Geschichte
<u>Moderation</u>: Sharon Dodua Otoo (Berlin)

16. 30 – 17.45 Keynote Speaker: Vortrag mit Diskussion
Natasha A. Kelly (Münster): Nur die Kommunikation kann kommunizieren!
<u>Moderation</u>: Katharina Oguntoye (Berlin)

18.00 – 19.00 Interaktive Lesung aus <em>Plantation Memories</em>
Grada Kilomba (Berlin)
<u>Moderation</u>: Natasha A. Kelly (Münster)

19.30 – 20.30 Romanlesung aus <em>Schanzen-Slam</em>
Victoria B. Robinson (Hamburg)
<u>Moderation</u>: Natasha A. Kelly (Münster)

21.00 Theateraufführung:
LiberatioNoire "Afro-Deutsche-Geschichten. Ein schwarz-weißer Heimatabend mit Musik"
Das Programm umfasst Theater-Szenen, Film-Clips, Stand-Up-Nummern und Improvisationen, genauso wie Kabarett-Songs, Schlager, Opern-Gesang und Ethno-Beats. Auf diese Weise vereinen die Akteure von LiberatioNoire verschiedene dramatische und musikalische Elemente zu einem einheitlichen Ganzen, indem sie sie mischen, uminterpretieren und neu zusammen setzen. So entsteht eine ganz neue Dimensionen der künstlerischen Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen, immer ausgehend von einer afro- bzw. afrikanisch-deutschen, einer Schwarzen Perspektive. www.liberation-noire.de

Samstag, den 27. 6. 2009




11.00 – 12.30 Keynote Speaker: Vortrag mit Diskussion
Noah Sow (Hamburg): Strukturell dominanter Diskurs am Beispiel deutscher Medien
<u>Moderation</u>: Mutlu Ergün (London)

13.00 – 14.00 Lesung aus <em>Die Farbe meiner Haut. Die Antirassismustrainerin erzählt</em>.
zu den Themen Rassismus und Empowerment
ManuEla Ritz (Berlin)
<u>Moderation</u>: Tina Bach (Mannheim)

15.00 – 16.00 Satire und Performance
Sheila Mysorekar (Köln): Satire als Widerstand gegen Rassismus
Bra Phil mit Chantal-Fleur Sandjon, begleitet von Danièle Daude (Berlin): Performance
<u>Moderation</u>: Magnus Rosengarten (Berlin)

16.15 – 18.15 Panel: Deutschlands rassistische Mythen – Erinnerung als Erzählung gegen Verdrängungsstrategien
1. Katharina Oguntoye (Berlin): Über die Bedeutung von Geschichten und Geschichte für die afro-deutsche Community
2. Andrés Nader (Berlin): Antisemitismus in Deutschland
3. Mutlu Ergün (London): Antisemitismus, Anti-islamischer Rassismus, Sprache & Trauma
4. Daniel Strauss (Mannheim): Antiziganismus in Deutschland
<u>Moderation und Kommentar</u>: Kien Nghi Ha (Berlin)

19.00 – 20.30 Podiumsdiskussion: Rassistisches Wissen und Rassismus an der Universität - politischer Anspruch und wissenschaftlicher Rahmen

Es werden sich Studierende darüber austauschen, welche Ansprüche sie an die Universität mit Blick auf die Vermittlung von Wissen über Kolonialismus und Rassismus stellen. Es wird diskutiert, wie über Rassismus und Kolonialismus gesprochen werden kann, ohne rassistische Gewalt zu reproduzieren und wie Rassismus wiederum Prozesse der Wissensvermittlung behindert. Die Diskussion erfolgt auf der Grundlage einer gemeinsamen Lektüre von Texten von Kien Nghi Ha, Ursula Wachendorfer und Pierre Bourdieu.

<u>Moderation</u>: Julia Brilling (Berlin) und Ana Keita (Berlin)

Teilnehmende
1. Janina Chetty (Berlin)
2. Philipp Khabo Köpsell (Berlin)
3. Franziska Kramer (Berlin)
4. Chandra-Milena Danielzik (Berlin)
5. Patricia Redzewski (Berlin)
6. Anna Weicker (Berlin)
7. Mai Zeidani (Berlin)

21.00 Performance: sesperado im vollen effekt
Der Sesperado ist ein junger P.O.C. der Widerstand gegen weiße Vorherrschaft und Empowerment für P.O.C. ganz groß auf seinem Programm zu stehen hat. Dass darüber trotzdem gelacht und Spaß gehabt werden kann, beweist der Sesperado mit seinem Tagebuch.


Sonntag, den 28. 6. 2009



11.00 – 13.00 Panel: Rassismus und Wissen(schaft)
1. Navina Njiabi Bolla-Bong (Münster): Rassismus als Wissensbarriere
2. Jan Severin (Berlin): Rassismus gegen Roma und Sinti in der deutschsprachigen Ethnologie
3. Joshua Kwesi Aikins (Berlin): Antikolonialer Widerstand statt Kolonialaggression: Straßenumbenennung als Perspektivwechsel in der Berliner Erinnerungslandschaft
4. Halil Can (Berlin): Empowermentarbeit gegen Rassismus (an der Universität)
Moderation und Kommentar: Chandra-Milena Danielzik (Berlin)

14.00 – 16.00 Podiumsdiskussion: Rassismus in der deutschen Gesellschaft und Widerstand
Der Widerstand gegen Rassismus in Deutschland baut auf zahlreichen individuellen und kollektiven Widerständen von People of Colour sowie jüdischen Menschen auf. Es soll die Geschichte der Menschenrechtsbewegungen in Deutschland gewürdigt und ihre Präsenzen in Literatur, Kunst und Wissenschaft betrachtet werden. Dazu sollen aus verschiedenen Bereichen (Theater, Literatur, Journalistik, Wissenschaft, Menschenrechtsbewegungen) Vertreter_innen über ihre Arbeit sprechen und dabei auf erprobte Widerstandsstrategien eingehen.

Teilnehmer_innen:
1. Sharon Adler (Berlin)
2. Jonas Berhe (Hamburg)
3. Lara-Sophie Milagro (Berlin)
4. Judy Gummich (Berlin)
5. ManuEla Ritz (Berlin)
6. Daniel Strauss (Mannheim)
<u>Moderation</u>: Katharina Oguntoye (Berlin)

16.30 – 18.30 Uhr Arbeitsgruppen
1. Rassismus als Wissensbarriere
(Leitung: Navina Njiabi Bolla-Bong, Münster)
2. Koloniale Gegenwart remixen – Impulse für weitere antikoloniale Straßenumbenennungen in Berlin
(Leitung: Joshua Kwesi Aikins, Berlin und Armin Massing, Berlin)
3. Wie positioniere ich mich als weiße Person?
(Leitung: Juliane Strohschein, Berlin)
4. real life: Deutschland – Der Dokumentationsfilm zum YoungStar Theater Empowerment Projekt
(Leitung: Siraad Wiedenroth, Frankfurt am Main)
5. Kritisches Weißsein in der Theaterarbeit
(Leitung: Dirk Eilers, Berlin)
6. Performative Strategien des „Gegensprechens“ – am Beispiel von (Film-)Ausschnitten des Theaterstücks „Amo – eine dramatische Spurensuche nach Fragmenten der Lebensgeschichte des ersten Schwarzen Hochschulprofessors in Deutschland im 18. Jh.“ von Kitunga-Projekte Münster 2005 (Leitung: Tania Meyer, Berlin)

19.00 – 20.00 Abschlussdiskussion
<u>Moderation</u>: Nadja Ofuatey-Rahal (München)

21.00 Szenische Lesung: „Homestory Deutschland. Gelebt-erlebte Schwarze deutsche Geschichte(n)“(von ManuEla Ritz und Sharon Dodua Otoo)
Was wäre wenn Anton Wilhelm Amo, Doktor der Philosophie (geboren 1713), Henriette Alexander, Haushälterin und Kinder“mädchen“ (geboren 1817), Billy Mo, Musiker und Psychologe (geboren 1923), Fasia Jansen, Widerstandsaktivistin und Musikerin (1929) und May Ayim Logopädin, Poetin und Aktivistin der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (geboren 1960) in einem zeitlosen Raum aufeinander träfen? Diese Frage stellt sich der junge Schwarze deutsche Autor Tyrell und fördert bei seinen Recherchen erstaunliche (Er)Kenntnisse zu Tage. Ein Stück, dass 300 Jahre Schwarze deutsche Geschichte erlebbar macht.
www.homestorydeutschland.de

Teilnehmer_innen:

Sharon Adler, Herausgeberin der AVIVA-Berlin. Berlinerin. Jüdin. Mutter. Fotografin. Mitorganisatorin der Pro-Israel-Kundgebung im Januar 2009. Gründete AVIVA-Berlin am Küchentisch mit einem winzigen Team von engagierten Frauen: eine Webdesignerin und Programmiererin, eine Grafikerin und eine Texterin. Heute schreiben fast dreißig freie Mitarbeiterinnen und es kommen kontinuierlich neue Freie hinzu. Im Mittelpunkt stand und steht der Anspruch, Themen unter Berücksichtigung von Genderaspekten abseits von Diät- und Schminktipps für politisch, wirtschaftlich und (multi)kulturell interessierte Frauen zu publizieren sowie jüdisches Leben nichtjüdischen LeserInnen transparent/er zu machen. Weitere Infos unter: www.aviva-berlin.de und pixelmeer.de

Joshua Kwesi Aikins, Doktorand an der Bielefeld Graduate School in History and Sociology, ist Diplom-Politologe, er studierte Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin und der University of Ghana. Seine Forschungsschwerpunkte sind das Zusammenwirken westlicher und indigener politischer Systeme in Ghana, Entwicklungspolitik aus postkolonialer Perspektive, kulturelle und politische Repräsentation der afrikanischen Diaspora, Postkolonialität und Erinnerungspolitik in Deutschland sowie Kritische Weißseinsforschung. Er ist Mitglied der Inititative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD), arbeitet seit Jahren wissenschaftlich und aktivistisch zum Thema "Die alltägliche Gegenwart der kolonialen Vergangenheit", u.a. als Co-Autor des Dossiers "Straßennamen mit Bezügen zum Kolonialismus in Berlin" (abrufbar unter http://ber-ev.de/).

Susan Arndt, weiße Anglistin und Afrikawissenschaftlerin an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Dort lehrt und forscht sie mit Schwerpunkten in der Rassismus- und Kritischen Weißseinsforschung sowie der postkolonialen Theorie und Diasporaforschung.

Tina Bach, MA African American Studies (Temple University, USA), Event Management (Limited to You) und Community Arbeit / Mentoring für Afrodeutsche Jugendliche.

Jonas Berhe, Jahrgang ´74, macht Politik und Antirassismus bei Kanak Attak und im Vorstand der ISD. Hauptberuflich ist Jonas in der Kampagnenarbeit der IG Metall tätig.

Navina Njiabi Bolla-Bong, Politikwissenschaftlerin, Doktorantin in Ethnologie und Soziologie an der Universität Münster zum Thema Rassismus und psychische Erkrankungen; tätig als Bildungsreferentin in der außerschulischen Jugendbildung.

Julia Caroline Brilling, born 24 years ago in Frankfurt. white. Scorpio. Holds a B.A. in African Studies and Musicology. Currently hustling her MA in Gender Studies. Loves Music and the color red.

Halil Can, Jg. 1968, Diplom-Politologe, promoviert an der Humboldt-Universität zu Berlin zum Thema "Konstruktion und Transformation von Identität in der Migrationsgesellschaft am Beispiel von Mehrgenerationenfamilien", Stipendiat der Hans-Böckler-Stiftung, Trainer und Referent in der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung, Schwerpunkte: Migration, Biographie- und Identitätsarbeit, Empowerment gegen Rassismus.

Janina Chetty, 24, seit 3 Jahren in Berlin, Studentin of Color am Institut für Asien und Afrikawissenschaften, derzeit BA-Arbeit zum Thema "Das gehört jetzt nicht hierher! - Legitimierungsstrategien der deutschen Afrikawissenschaften" und Mitmacherin bei Commit Berlin e.V.

Chandra-Milena Danielzik studiert Politikwissenschaft und setzt sich kritisch mit (dem Zusammenhang von) Entwicklungspolitik, Tourismus, Rassismus, und (Post-)Kolonialismus auseinander. Sie ist Aktivistin bei der Gruppe FelS - Für eine linke Strömung und Pa|kt - Perspektive anti|koloniale Gegenwart und ist zu den genannten Themenfeldern in der Jugend- und Erwachsenenbildung tätig.

Daniele G. Daude, Musikwissenschaftliches Studium an der Université Paris 8 zum Thema Interpretationsfragen an der Berliner Krolloper 1927-1931 (2003); Geige und Kammermusik an der Musikhochschule Aubervilliers - La Courneuve (2001); Seit 2001 Geigerin an unterschiedlichen Berliner Symphonie Orchestern (FU Orchester unter Uri Rom, Lietze Orchester unter Hanno Bacchus, Sinfonie Orchester Schöneberg unter Stanley Dodds). Dissertation an der Freie Universität Berlin in Theaterwissenschaft zum Thema Oper analysieren (2009); Wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Sonderforschungsbereich 447 Kulturen des Performativen, Projekt B14 Musiktheater im Spannungsfeld von Notation und Performance (2008); Seit WS 2008 Lehrbeauftragte bei den Gender Studies an der Humboldt Universität zu Berlin (WS: (De)Konstruktion rassistischer und sexistischer Stereotypen auf Opernbühnen , SoSe: Analyse von Opernfiguren).

Dirk Eilers, Studium der Theaterpädagogik und Sozialpädagogik, aktiv in der rassismuskritischen Theater- und Bildungsarbeit und arbeitet als freiberuflicher Theaterpädagoge.

Mutlu Ergün, MSc Race & Ethnic Relations, Birkbeck College, University of London, ist Exil-Berliner, lebt und arbeitet in London als Autor, Pädagoge, Sozialforscher und Performer. Mitglied beim anti-rassistischen Verein Phoenix e.V. (www.phoenix-ev-org), Redakteur beim Kultur- & Gesellschaftsmagazin freitext (www.freitext.com) und Performer für die anti-rassistische politische Satire Edutainment-Attacke! (www.edutainment-attacke.de). Zuletzt erschien „Kara Günlük“ in re/visionen.

Judy Gummich ist Menschenrechtsaktivistin und Diversity-Trainerin. Von der Ausbildung Diplom-Ökotrophologin, arbeitet sie seit ca. 25 Jahren in unterschiedlichen nationalen und internationalen Organisationen und Netzwerken zu (Anti-) Rassismus, Migration, Integration, Frauen, Gender, Beeinträchtigung, sexuelle Identität, interkulturelle Kompetenz sowie zu intersektioneller Diskriminierung. Aktuell ist sie als sozialwissenschaftliche Mitarbeiterin bei Eltern beraten Eltern von Kindern mit und ohne Behinderung e.V. und als Diversity-Trainerin tätig.

Natasha A. Kelly, die gebürtige Londonerin lebt seit dem zehnten Lebensjahr in Deutschland, wo sie 1994 das Abitur, 1998 eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin und Wirtschaftsassistentin und 2005 den Magisterabschluss in Kommunikationswissenschaften erzielte. Derzeit promoviert die Journalistin und Herausgeberin von X, das Magazin für afroKultur. 2008 feierte sie mit ihrem Erstlingswerk Afroism. zur Situation einer ethnischen Minderheit in Deutschland ihr Debüt als Autorin.

Grada Kilomba is a psychologist, scholar of racism and writer. She worked in the psychiatry with war survivors from Angola and Mozambique and developed several projects in the fields of memory and performing arts. Early on she started publishing her literary work in the form of Short Stories, Essays and Poetry. Among others, she is the co-editor of the book Mythen, Masken and Subjekte (Unrast 2005) and the author of Plantation Memories (Unrast 2008) a compilaton of episodes of everyday racism written in the form of short stories. Grada Kilomba has been working in several Theater projects and lecturing in the frame of postcolonial studies on slavery, memory, trauma and gender at universities in Berlin, Accra and Bielefeld.

Ana Keita, Studentin an der Humboldt-Universität zu Berlin, Gender Studies und Kulturwissenschaft.

Philipp Khabo Köpsell, geboren 1980 in Marburg/Lahn, ist afrodeutscher Spoken Word Künstler, Aktivist und Student der Afrikawissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er ist Mitglied der Rap/Poetry Formation "New Night Babies" und der "Blaque ReinneCarnation". In seinen Texte thematisiert er den alltäglichen Rassismus, die Schaffung neuer, selbstbestimmter Räume und die verzerrte Welt der Popkultur.

Franziska Kramer, nach dem Leibniz Kolleg (Tübingen 2005/06) Studium der Afrikawissenschaften und Sozialwissenschaften am Institut für Regionalstudien Asien/ Afrika der Humboldt Universität Berlin seit Herbst 2006. Interessenschwerpunkte: Afrikanische Literatur; insbesondere Forschungen zu postkolonialer und aktueller (Diaspora-) Literatur aus Zimbabwe und zur Kritischen Weißseinsforschung.

Armin Massing (Magister in Geschichte und Philosopie) arbeitet für den Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlag (BER), den Landesverband der entwicklungspolitischen NGOs von Berlin. Der BER versucht seit einigen Jahren, eine antikoloniale und antirassistische Perspektive in Theorie und Praxis der Entwicklungszusammenarbeit zu integrieren. Für den BER hat Armin Massing die Koordination übernommen bei der Erstellung des Dossiers "Straßennamen mit Bezügen zum Kolonialismus in Berlin" sowie, darauf aufbauend, Lobbyarbeit zum Thema gemacht.

Paul Mecheril, Dr. phil Univ-Prof. für Interkulturelles Lernen und sozialer Wandel an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, Leiter des Instituts für Erziehungswissenschaften. Lehr- und Forschungsschwerpunkte: Cultural Studies; Methodologie interpretativer Forschung; Pädagogische Professionalität; Interkulturelle Bildung; Rassismusforschung.

Tania Meyer
, Studium Bildende Kunst/Visuelle Kommunikation und Geschichte; seit 1997 Praxis, Lehre und Theorie von Theaterpädagogik, Regie und Dramaturgie an verschiedenen Theatern sowie in div. Projekten in Deutschland und Indien; derz. Promotion zu Rassismus und Aufklärung in theaterpädagogischen Projekten an der Universität Oldenburg.

Lara-Sophie Milagro Schauspielstudium (Goldsmith's, University of London), Gesangsstudium/Oper (Universität der Künste, Berlin), aktuelles Master-Studium in Theaterwissenschaften (Freie Universität, Berlin), künstlerische Leitung von LiberatioNoire.

Sheila Mysorekar, geboren 1961, wuchs in Indien und Deutschland auf. Studium in Köln und London. Arbeit als Journalistin (Politik/Wirtschaft), unter anderem in Jamaika und in Argentinien. Aktiv in der ISD (Initiative Schwarze Menschen in Deutschland). Sie lebt mit ihrer Tochter in Köln.

Andrés Nader (Ph.D. Cornell University, 1999) koordiniert ein Projekt der Amadeu Antonio Stiftung zu lokalen Auseinandersetzungen mit dem Holocaust und zu Erinnerungskulturen im Ost-West Vergleich. 2007 arbeitete er für die Mobile Beratung für Opfer rechter Gewalt in Sachsen-Anhalt. Davor unterrichtete und forschte er an der University of Rochester und Cornell University in den Fachbereichen „German Studies“, „Holocaust Studies“, „Gender and Sexuality Studies“ und „Minority Studies“. Sein Buch Traumatic Verses: On Poetry in German from the Concentration Camps, 1933-1945 gewann 2008 den MLA Preis für Unabhängige Forschung.

Kien Nghi Ha, Politik- und Kulturwissenschaftler, hat 2009 seine Dissertationsschrift über die Kulturgeschichte der Hybridität an der Universität Bremen eingereicht und ist im Sommer als Visiting Scholar an der New York University tätig.

Nadja Ofuatey-Rahal lebt in München und ist Diplomjournalistin. Sie war mehrere Jahre in der US-amerikanischen Filmproduktion tätig und arbeitet derzeit al freie Pressereferentin im kulturellen Bereich. Frau Ofuatey-Rahal hat eine Tochter.

Katharina Oguntoye, afro-deutsche Historikerin, ist Co-Autorin von Farbe bekennen. Afro-deutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte (Berlin 1986). Ihre Forschungsarbeit Eine afro-deutsche Geschichte. Zur Lebenssituation von Afrikanern und Afro-deutschen von 1884 bis 1950 (Berlin 1997) war eine der ersten historischen Publikationen zum Thema. Seit 1997 leitet sie den von ihr mitgegründeten Verein Joliba – Interkulturelles Netzwerk in Berlin e.V. www.joliba-online.de.

Sharon Dodua Otoo
Mutter, Blacktivistin & Autorin. Studium der Germanistik und Betriebwirtschaftslehre in London, arbeitet freiberuflich u.a. als Projekt Ko-ordinatorin (Limited to You – www.limitedtoyou.com).

Patricia Redzewsky, 1975 in Gliwice, Polen , geboren. Mutter, Krankenschwester und Studentin der Gender Studies und Erziehungswissenschaften an der HU Berlin und TU Berlin. Sie schrieb ihre Magisterarbeit zu ÜberLebensstrategien und Selbstbildern afrodeutscher Kinder bei abwesendem Schwarzen Vater. Social Justice Trainerin in Ausbildung.

Magnus Rosengarten, 1987 in Münster geboren, in Bielefeld aufgewachsen und Abitur gemacht, seit 2007 Studium an der Humboldt-Universität, Amerikanistik und Afrikawissenschaften. Seit der Schulzeit Reporter für Lokalradios; zur zeit freier Mitarbeiter für Radio Fritz, Deutsche Welle und Funkhaus Europa.

Ricky Reiser, Malerin und Zeichnerin. Jahrgang 1953. Afro-deutsche Aktivistin. 1989-2000 ehrenamtliche Herausgeberin und Redakteurin der Zeitschrift „afro look“. Gründerin, Herausgeber und Redakteurin des „Schwarzen Kalenders“ 1995-2005. 1998 ausgezeichnet mit dem Black History Month Award für Publizistik.

ManuEla Ritz, Dipl. Sozialpädagogin, Trainerin gegen Rassismus und Adultismus sowie für Empowerment, (Drehbuch)Autorin. Zuletzt erschien Die Farbe meiner Haut. Die Antirassismustrainerin erzählt (Herder 2009).

Chantal-Fleur Sandjon, Performance Poetess. Früh journalistische Erfahrungen als Herausgeberin der ersten Zeitschrift Schwarzer Jugendlicher (Blite) gesammelt, anschließend journalistische Tätigkeiten in Kamerun. Seit 2007 als PR-Managerin in Johannesburg, Südafrika tätig. 2009 M.A. Kommunikationswissenschaft zur Kultursensibilität südafrikanischer AIDS-Kommunikation. Als Dichterin Veröffentlichungen, Auszeichnungen und Performances in Deutschland und Südafrika.

Victoria B. Robinson
, M.A. Amerikanistik und Öffentliches Recht, lebt als Autorin, Aktivistin und Poetess in Hamburg. 2006 startete sie mit BLACKprint einen der ersten afrodeutschen Blogs, in dem sie sich u.a. mit der Repräsentation Schwarzer Menschen in deutschen Medien auseinandersetzte. Da sie Empowerment als wichtigste Aufgabe innerhalb der Schwarzen Community versteht, macht sie derzeit in den USA eine Ausbildung zum Life Coach.

Jan Severin, geboren 1978, hat Geschichte, Soziologie und Ethnologie in Berlin studiert und sich in seiner Magisterarbeit mit Antiziganismus in der deutschsprachigen Ethnologie befasst. Zur Zeit bereitet er ein Dissertationsprojekt zum Zusammenhang von Maskulinität und Kolonialismus vor.

Noah Sow, in Bayern geborene Musikerin, Medienschaffende, Aktivistin und Autorin. Sie ist Vorsitzende des von ihr 2001 in Hamburg mitgegründeten media-watch-Vereins " Der Braune Mob" und mit Leseterminen und Vorträgen an Hochschulen, Medienpanels und Instituten Referentin für die Themenfelder „demokratischer Diskurs“ sowie „Medien und Rassismus“. 2008 veröffentlichte sie im C. Bertelsmann Verlag das Buch Deutschland Schwarz weiß: der alltägliche Rassismus. Zusammen mit Mutlu Ergün ist sie mit der PoC-und critical-whiteness Comedyshow "Edutainment Attacke!" seit 2009 auf Tourneen.

Daniel Strauß ist seit 1995 Vorsitzender des Verbandes Deutscher Sinti und Roma – Landesverband Baden-Württemberg e.V. Ferner ist er stellvertretender Vorsitzender des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg. Die Schwerpunkte seiner Arbeit liegen in den Bereichen Antidiskriminierungsarbeit, Minderheitenpolitik, Bildung und Kultur. Die Aufklärung über den gesellschaftliche Antiziganismus bildet dabei den Kern seines Wirkens. Letzte Veröffentlichung: Michail Krausnick/ Daniel Strauß. Von Antiziganismus bis Zigeunermärchen. Informationen zu Sinti und Roma in Deutschland 2008. Derzeit leitet er eine (die erste) Untersuchung über die Lebens- und Bildungswirklichkeit der deutschen Sinti und Roma.

Juliane Strohschein, M.A. Kulturwissenschaft und Gender Studies (HU
Berlin), verschiedene Seminare und Workshops zur Auseinandersetzung mit Weißsein und Gender, aktuell Social Justice Trainerin in Ausbildung.

Anna Weicker, Studienabschlussphase Gender Studies HU Berlin /Geschichte FU Berlin, Studienstipendiatin der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Teil der ‘Promotionskoop’, einem solidarischen, feministischen, politisch-emanzipativen Projekt von FrauenLesbenTrans* zur Unterstützung, Vernetzung, Inspiration und Diskussion in/über/gegen akademische/n Strukturen.

Siraad Wiedenroth, 22 Jahre alt, studiert hauptsächlich Wirtschaft in Mainz momentan. Hat es mal mit Musikwissenschaft versucht. Arbeitet beim Radio. Ist in Wiesbaden und Frankfurt aufgewachsen. ist ständig am Reisen. Manchmal mit Sack und Pack, manchmal nur geistig. genießt das Leben (so gut sie kann)!

Mai Zeidani, born in Jerusalem, Palestine-Israel, lives in Berlin since 5 years. Studies social sciences and is making her BA- thesis on urban planning of Jerusalem. Active in the Plataforma of migrants and refugees Berlin and is a part of the Initiative in Memory of Oury Jalloh. She was also the representative of the foreign students and the anti-racism appointee in the Students council of the Humboldt University of Berlin from 2006 to 2009.

Weitere Informationen
Rassismus & Hochschule. Radio Corax: Interview mit Susan Arndt, eine der Organisator_innen der Fachtagung.